5 Costa-Blanca-Weine, die Sie probieren müssen

Die Costa Blanca ist nicht nur Strand — sie ist, ganz leise, eine der interessantesten Weinecken Spaniens. Die lokale Herkunftsbezeichnung, die DO Alicante, erstreckt sich von küstennahen Weinbergen bis in die heißen, trockenen Hügel des Hinterlands und bringt Weine hervor, die außerhalb der Region kaum jemand je zu trinken bekommt: sonnensatte Rotweine, parfümierte Weiße und eine historische Rarität, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Zwei Trauben führen hier das große Wort. Die Monastrell — der rote Star der Region, in Frankreich als Mourvèdre bekannt — gedeiht in den kargen Weinbergen des Hinterlands. Die Moscatel de Alejandría, die wichtigste weiße Sorte, wächst näher am Meer und füllt das Glas mit dem Duft von Orangenblüten und Trauben auf dem Höhepunkt ihrer Reife. Hier sind fünf lokale Stile, die sich aufzuspüren lohnen — ungefähr in der Reihenfolge, in der Sie sie im Lauf eines langen spanischen Abends trinken würden.
1. Trockener Moscatel de Alejandría — der Aperitif
Die meisten kennen Moscatel nur als Süßwein — genau deshalb sind die trockenen Versionen eine so angenehme Überraschung. Vollständig trocken vergoren, behält der Moscatel de Alejandría sein ganzes Parfüm — Orangenblüte, weißer Pfirsich, ein Hauch Mittelmeer — endet aber knackig und sauber. Rund um die Marina, wo die Traube seit Jahrhunderten in Sichtweite des Meeres wächst, ist er das selbstverständliche Glas vor dem Abendessen.
Servieren Sie ihn richtig kalt zu gesalzenen Mandeln oder gegrillten Garnelen, und die Landschaft ergibt schlagartig Sinn: Genau das möchte man hier abends um sieben auf einer Terrasse trinken.
2. Rosado — der Terrassenwein
Alicantes Rosados sind größtenteils früh gelesene, sanft gepresste Monastrell — dunkler in der Frucht und würziger als der blasse Provence-Stil: Denken Sie an rote Johannisbeere und Wassermelone mit einer salzigen Kante. Sie sind für die Küche vor Ort gebaut: Reisgerichte, Sardellen, Tomaten, die tatsächlich nach Tomate schmecken.
Der Rosado ist obendrein, ganz unauffällig, ein großartiger Wein für die Blindverkostung: In ein schwarzes Glas eingeschenkt verwirrt er fast jeden — was einiges darüber verrät, wie stark die Farbe eines Weins unser Urteil lenkt. Wenn Sie die Idee reizt, zeigt Ihnen unser Einsteigerleitfaden für die Blindverkostung, wie Sie das Experiment zu Hause durchführen.
3. Junger Monastrell — Sonnenschein im Glas
Monastrell ohne oder mit nur leichtem Holzausbau ist der Alltagsrote der Region: tiefes Purpur, voller Brombeere, Feige und sonnengebackener Kräuter, mit der Wärme, die man von einer Traube erwartet, die in einer der trockensten Ecken Spaniens reift. Die Tannine sind präsent, aber freundlich, und die besten Beispiele bewahren eine frische, fast staubige Kräuternote — die lokale Buschlandschaft in aromatischer Form.
Für Einsteiger ist er ein dankbarer Rotwein, weil er so anschaulich ist: Jedes Element, nach dem man suchen lernt — reife Frucht, Körper, Wärme, Griff — ist laut genug aufgedreht, um es schon beim ersten Schluck zu erkennen.
4. Gereifter Monastrell — die ernste Abteilung
Geben Sie der Monastrell Zeit in Fass und Flasche, und sie wandelt sich von freundlich zu faszinierend: Die Brombeere dunkelt in Richtung getrockneter Feige und Kakao nach, Leder und Tabak schleichen sich ein, und die Textur wird samtig. Abfüllungen von alten Reben aus den Tälern des Hinterlands können neben weit berühmteren spanischen Rotweinen bestehen — meist zu einem Bruchteil des Preises, weil Alicante noch immer unter dem Radar fliegt.
Das sind Weine für den Tisch, nicht für den Strand: langsam geschmortes Lamm, Wild, harter Schafskäse. Dekantieren Sie die älteren und geben Sie ihnen eine halbe Stunde — sie belohnen die Geduld.
5. Fondillón — Alicantes historischer Schatz
Und dann ist da der Fondillón, der Wein, auf den diese Region am stolzesten ist — und der einzige, den Sie wirklich nirgendwo sonst probieren können. Gekeltert aus Monastrell-Trauben, die bis zur Überreife am Stock hängen bleiben, wird er oft zu den großen verstärkten Weinen der Welt gezählt — obwohl streng genommen nichts zugesetzt wird: Seine beachtliche Stärke ist ganz und gar natürlich, und er muss vor der Freigabe jahrelang in alten Eichenfässern reifen. Einst an den Höfen Europas berühmt, verschwand er im zwanzigsten Jahrhundert beinahe; heute hält ihn eine Handvoll Bodegas am Leben.
Im Glas zeigt er sich bernstein- bis mahagonifarben und duftet nach Rosinen, Toffee, Walnüssen und Orangenschale; am Gaumen landet er irgendwo zwischen einem Amontillado und einem Tawny Port — und ähnelt doch keinem von beiden. Ein kleines Glas zu dunkler Schokolade, turrón oder Blauschimmelkäse ist einer der großen Abschlüsse eines Essens an der Costa Blanca.
Verkosten Sie sie Seite an Seite
Über diese Weine zu lesen ist das eine; sie nebeneinander aufzureihen und die Unterschiede zu schmecken etwas völlig anderes. Am besten lernt man sie Seite an Seite kennen, mit jemandem, der die Geschichten hinter jedem Glas kennt — genau das ist der Gedanke hinter unserer Blindverkostung im Weingeschäft Katavi in l'Alfàs del Pi, bei der lokale Flaschen regelmäßig auftauchen — mit verdeckten Etiketten, versteht sich.
Wenn Ihre nächste Reise Sie in die Nähe von Albir, Altea oder l'Alfàs del Pi führt, reservieren Sie einen Platz bei der Katavi-Blindverkostung und lassen Sie sich die Region Glas für Glas vorstellen. Eine faire Warnung: Koffer haben hier die Angewohnheit, schwerer abzureisen, als sie angekommen sind.